Virus

Hand-Fuß-Mund-Erkrankung: Eine Sommergeschichte

Es ist Sommer: Die Infekte sollten endlich vorbei sein. Doch gibt es Kinderkrankheiten, die vor allem im Sommer auftreten.

Dazu gehört die Hand-Fuß-Mund-Infektion, die im Augenblick in vielen Kindergärten vertreten ist. Den Namen hat sie von den Flecken: Kleine Flecken und Bläschen treten vor allem an Händen, Füßen und im Mund auf. Allerdings können sie auch an anderen Körperstellen auftreten, zum Beispiel am Po, aber auch ganz fehlen. Die Ursachen sind sogenannte Enteroviren. Sie sind sehr leicht übertragbar: Durch alle Körperflüssigkeiten, am häufigsten durch Tröpfcheninfektion beim Niesen oder Husten, durch Speichel, durch direkten Kontakt mit den Bläschen oder durch den Stuhl. Die durchschnittliche Inkubationszeit beträgt drei bis fünf Tage und nach etwa fünf Tagen ist die Krankheit überwunden. Häufig wird die Erkrankung nicht einmal bemerkt. Studien zeigen, dass die Kinder meist in den ersten sieben Tagen der Erkrankung ansteckend sind, obwohl der Virus Wochen bis Monate im Körper noch nachweisbar sein kann.

In der Regel ist die Erkrankung harmlos. Der Ausschlag kann manchmal etwas schmerzen und Fieber kann dazu kommen. Wenn der Mund sehr betroffen ist, dann trinken und essen die betroffenen Kinder weniger.

Eine ursächliche Behandlung gibt es nicht. Wichtig ist es, darauf zu achten, daß die kleinen Patienten genug Flüssigkeit aufnehmen. Weiche Speisen, wie Joghurt und Pudding, sind leichter zu schlucken. Kalte Getränke und Eis und können dazu beitragen, die Schmerzen im Mund zu lindern. Eis als Therapie wird den Kindern gefallen. Schmerzlindernde Medikamente, wie zum Beispiel Ibuprofen, können helfen.

Können Sie vorbeugen?

Hygiene ist die wichtigste Maßnahme. Händewaschen mit Seife, vor allem nach dem Toilettengang, sollten alle Patienten und Personen in der Umgebung sorgfältig durchführen. Damit unterbrechen Sie effektiv die Ansteckung und alles ist schnell vorbei.  Der Sommer kann weitergehen!   

Haben Sie noch Fragen? Ihre Kinderärztin berät Sie gerne.

Herzliche Grüße,

Ihre Kinderärztin Dr. med. Anette Meidert

Bei Durchfall viel Trinken!

Durchfall ist mit der häufigste Grund für einen akuten Besuch beim Kinder- und Jugendarzt. Meistens ist er durch eine Magen-Darm-Infektion verursacht und hört nach 2-4 Tagen von selbst wieder auf. Oft ist etwas erhöhte Temperatur dabei oder auch Erbrechen. Wann spricht man überhaupt von Durchfall?

Der Stuhlgang kommt häufiger als normal, er wird breiig bis flüssig, mit einer Farbe von bräunlich-gelblich bis grün.

Wie kommt es zu „Durch-fall“?

An häufigsten sind Viren die Ursache, allen voran die Rota-, Adeno- und Noroviren. Selten sind Bakterien beteiligt. Das bekannteste davon ist E. coli.

Durch die Infektion kommt es zu einer erhöhten Durchlässigkeit der Magen-Darm-Schleimhaut. Dadurch wird Körperflüssigkeit dem Stuhl beigemischt und er wird dünner. Die entzündete Schleimhaut kann gleichzeitig die Nahrung nicht mehr so gut aufnehmen und damit geht dem Körper mit der Flüssigkeit auch Energie verloren.

Ist der Magen beteiligt, kommt es zusätzlich noch zu Übelkeit und Erbrechen. Auch hier gehen Flüssigkeit und Nährstoffe verloren.

Warnzeichen sind: Die Kinder werden schlapp und müde. Die Lippen und die Zunge werden trocken. Die Urinproduktion lässt nach. Bei einem Windelkind ist vielleicht noch regelmäßig Urin in der Windel, dieser ist aber ganz konzentriert und dunkelgelb gefärbt.

Alarmzeichen sind: Die Kinder werden teilnahmslos, die Windeln bleiben trocken.

Was kann man tun?

Besonders wichtig: Viel trinken. Insbesondere Säuglinge und Kleinkinder sind am ehesten von Austrocknung betroffen. Hören Sie nicht auf, zu stillen oder die Flasche zu geben. Im Gegenteil, bieten Sie öfter Milch an, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Teepausen werden nicht mehr empfohlen, da Studien gezeigt haben, dass Säuglinge, die ohne Unterbrechung weiter normal ihre Milch bekommen, schneller den Durchfall überwinden, als diejenigen, die zwischendrin nur Tee bekamen.

Größeren Kindern kann man leichte Gemüse oder Fleischbrühen anbieten. Als Hausmittel bekannt ist auch die Karottensuppe nach Moro. Zwieback und Salzstangen eignen sich zum vorsichtigen Knabbern. Als Tee eignet sich Kamille- und Fencheltee. Falls die Kinder nicht unter Übelkeit leiden, können sie ganz normal weiteressen. Wichtiger jedoch ist das Trinken. Dies ist die goldene Regel bei Durchfall.

Herzliche Grüße,

Ihre Kinderärztin Dr. med. Anette Meidert

Schon wieder eine Erkältung

Husten und Schnupfen, gehören zu den häufigsten Symptomen, weswegen Kinder in der Arztpraxis vorgestellt werden. Vor allem Kinder, die das erste Jahr eine Krippe oder einen Kindergarten besuchen, machen viele Infekte durch. Und oft darf auch gleich die ganze Familie mit teilhaben. Statistisch gesehen erkranken in Deutschland im Durchschnitt 2,8 Patienten (Kinder und Erwachsene) pro Jahr an einem Erkältungsinfekt. Bei 90% der Patienten sind diese Infekte durch Viren verursacht, das heißt primär wird ein Antibiotikum nicht benötigt.

Wie kann man die Beschwerden lindern?

Pflanzliche Wirkstoffe haben in Studien ihre positiven Effekte auf Schnupfen & Co. bewiesen: Der Schleim wird verflüssigt, die Entzündung gemindert und zum Teil werden sogar die Keime in ihrem Wachstum gehemmt.

Auch Tee tut gut: Holunderblüten- und Lindenblütentee sind alte, bewährte Hausmittel und sollen ebenfalls gut gegen Schnupfen und Schnupfenviren helfen. In jedem Falle hilft es, viel zu trinken.

Und der Husten?

Hier muss unterschieden werden zwischen schleimlösenden Mitteln, wie zum Beispiel Thymian, Efeu und Cineol, und hustendämpfenden Wirkstoffen, wie zum Beispiel die Eibischwurzel. Je nach Krankheitsbild ist eher das eine oder das andere notwendig, und manchmal auch beides.

Oft können Sie sich und Ihrem Kind mit diesen Mitteln schon gut helfen. Sind Sie nicht ganz sicher, welches Mittel für Ihr Kind gerade das Richtige ist, dauert die Erkältung an oder kommt Fieber dazu, fragen Sie Ihre Kinderärztin. Sie berät Sie gerne.

Herzliche Grüße,

Ihre Kinderärztin Dr. med. Anette Meidert