Husten

Husten und Asthma

Im Augenblick wird überall gehustet. Viele verschieden Viren sind unterwegs und leider kommt auch der Keuchhusten wieder öfter vor. Manche Kinder husten wochenlang. Ist es dann schon der nächste Infekt oder vielleicht doch Asthma?

Eine neuere Studie aus England zeigt, dass Husten bei einer Atemwegsinfektion bei der Hälfte der Kinder nach 10 Tagen vorbei war, bei drei Viertel der Kinder nach 16 Tagen und erst nach 25 Tagen waren 90% der Kinder symptomfrei.

Husten hat die wichtige Funktion, unsere Lunge von Schleim zu befreien. Die bronchiale Schleimhaut ist entzündet und damit ein fortwährender Reiz für die Hustenrezeptoren. Im Laufe der Erkrankung, werden diese Rezeptoren dann immer sensibler, was den Husten zusätzlich verstärkt.

Dazu kommt, dass bei Kindern die Atemwege deutlich kleiner als bei Erwachsenen sind. Bei etwa 20% der Kleinkinder zwischen dem ersten und dritten Lebensjahr können sich die Atemwege bei Bronchitiden verengen und zu einer sogenannten obstruktiven Bronchitis (Bronchitis mit Verengung der Atemwege) führen. Die Kinder husten dann eher trocken, atmen schwer und oft pfeifend.

Asthma bronchiale im Kindesalter ist eine komplexe Erkrankung, definiert als eine chronisch-entzündliche Atemwegserkrankung, die durch eine Entzündung und Überreaktion der kleinen Atemwege charakterisiert wird. Asthma kann mit einer obstruktiven Bronchitis beginnen. Umwelteinflüsse und Fehlregulationen des Immunsystems tragen zur Entstehung von Asthma bei. Ein Risikofaktor dabei ist, wenn schon ein Elternteil an Asthma erkrankt ist. Zu Asthma kann es durch Infekte, Allergien und Belastung mit verschiedenen Umwelteinflüssen (Nebel, Kälte, Tabakluft) kommen. Auch körperliche Anstrengung kann einen Asthmaanfall auslösen.

Die Übergange von obstruktiver Bronchitis und Asthma sind fließend. Kinder mit häufigen obstruktiven Bronchitiden können später Asthma entwickeln, müssen aber nicht. Die Beschwerden können im Kleinkindesalter auch einfach wieder verschwinden.

Was können Sie tun?

Generell ist es für alle Atemwege günstig, externe Triggerfaktoren wie eine hohe Staubbelastung oder Tabakrauch zu vermeiden.

Bei allen Bronchitiden ist es wichtig, für eine hohe Luftfeuchtigkeit im Kinderzimmer zu sorgen. Und viel Trinken spült quasi die Schleimhäute. Darüberhinaus gibt es chemische und pflanzliche Präparate, die den Schleim lösen,  und den Hustenreiz lindern. Acetylcystein oder Ambroxol gehört zu den chemischen Stoffen. Thymian, Efeu, die Schlüsselblume und die Umckaloabowurzel (eine südafrikanische Geranienart) werden bei den pflanzlichen Heilmitteln eingesetzt. Bei quälendem Reizhusten und den obstruktiven Bronchitiden werden zusätzlich noch andere, verschreibungspflichtige Medikamente notwendig. Dauert der Husten länger, atmet ihr Kind erschwert oder kommt eitriger Auswurf und Fieber hinzu, sollten Sie in jedem Falle Ihre Kinderärztin aufsuchen.

Gute Besserung!

Herzliche Grüße,

Ihre Kinderärztin Dr. med. Anette Meidert

 

 

Und schon sind die Erkältungskrankheiten wieder da...

Infekte der Atemwege gehören zu den häufigsten Gründen, warum Kinder und Jugendliche ihre Kinderärztin aufsuchen. Oft geht es den Patienten schon innerhalb einer Woche wieder deutlich besser, aber in bis zu 20% der Fälle ist ein weiterer Besuch bei der Kinder- und Jugendärztin notwendig.

Die meisten Infekte der oberen Atemwege werden von Viren verursacht. Dazu gehören auch die Mittelohr- und Nasennebenhöhlenentzündungen. Diese sind oft sehr schmerzhaft. Hier ist die wichtigste Maßnahme eine gute Schmerzbekämpfung. Bei allen Atemwegsinfekten, auch bei der Mittelohrentzündung, kann in der Regel zunächst über zwei bis drei Tage der natürliche Verlauf mit unterstützenden Maßnahmen abgewartet werden. Dann sollten Sie erneut mit Ihrer Kinderärztin Kontakt aufnehmen und das weitere Vorgehen besprechen.

Vorsicht ist geboten bei Kindern mit chronischen Erkrankungen, bei anhaltendem hohen Fieber und Verschlechterung des Allgemeinzustandes. Hier sollten Sie zeitnah Ihr Kind erneut dem Kinderarzt vorstellen. Möglicherweise ist dann doch ein Antibiotikum notwendig. In großen Studien wurde jedoch gezeigt, dass in Ländern (beispielsweise die Niederlande), in denen etwa die Mittelohrentzündungen nur selten mit einem Antibiotikum behandelt werden, die Komplikationsrate nicht höher liegt als in Ländern, in denen öfter ein Antibiotikum verabreicht wird.  

Was können Sie vorbeugend tun?

Viel Bewegung im Freien und ausreichend Schlaf stärkt das Immunsystem. Viren werden in der Regel durch Tröpfcheninfektion übertragen, daher freuen sie sich sehr über viele Menschen in geschlossenen Räumen. Schon lange ist bekannt, dass auch durch Händeschütteln viele Keime übertragen werden. Zum Schutz der Patienten wurde dies in vielen Arztpraxen abgeschafft. Achten Sie zudem auf eine gute Versorgung mit Vitamin D und eine ausgewogene Ernährung, so tragen Sie ganz wesentlich dazu bei, dass Ihre Familie für die kalte Jahreszeit gut gegen Infekte gerüstet ist.

Herzliche Grüße,

Ihre Kinderärztin Dr. med. Anette Meidert

 

 

Überall Husten-was ist das eigentlich?

Im Augenblick wird überall gehustet. Viele verschieden Viren sind unterwegs und im letzten Bericht des Robert-Koch-Institut ist zu lesen, daß auch der Keuchhusten wieder deutlich mehr vorkommt.

Aber warum Husten wir?

Husten ist wichtig für den Schutz der Atemwege. Eingeatmete Partikel, Schleim oder Kälte lösen an Nervenendigungen in der Schleimhaut („Hustenrezeptoren“) den Hustenreiz aus. Diese Rezeptoren informieren dann das Hustenzentrum im Gehirn von der Gefahr. Das Zentrum entscheidet dann, ob Husten notwendig ist und schickt gegebenenfalls den Auftrag „Husten“ an die Atemmuskulatur und den Kehlkopf: Die Atemmuskulatur zieht sich zusammen und zunächst bleibt der Kehlkopf verschlossen. Dadurch nimmt der Druck in den Atemwegen bis zu einem Maximum zu. Dann öffnet sich der Kehlkopf und die Luft entweicht explosionsartig als Hustenstoß. Die Luft wir hier ungeheuer schnell. Strömungsgeschwindigkeiten bis zu 250m/s wurden schon gemessen. Durch diese Kraft und die entstehenden Vibrationen in den Atemwegen werden Schleim und Partikel hinausgeschleudert.

Husten begleitet die meisten Atemwegserkrankungen. Ein akuter Husten kann vier Wochen dauern, von chronischem Husten spricht man bei einer Dauer von acht Wochen und länger.

Bei Kindern sind die Atemwege deutlich kleiner als bei Erwachsenen. Bei etwa 20% der Kleinkinder zwischen dem ersten und dritten Lebensjahr können sich die Atemwege bei Bronchitiden verengen und so zu einer sogenannten obstruktiven Bronchitis führen. Die Kinder husten eher trocken, atmen schwer und oft pfeifend.

Was können Sie tun?

Ganz wichtig ist, für eine hohe Luftfeuchtigkeit im Kinderzimmer zu sorgen. Und viel Trinken spült quasi die Schleimhäute. Darüberhinaus gibt es chemische und pflanzliche Präparate, die den Schleim lösen und den Hustenreiz linden. Acetylcystein oder Ambroxol gehört zu den chemischen Stoffen. Thymian, Efeu, die Schlüsselblume und die Umckaloabowurzel (eine südafrikanische Geranienart) werden bei den pflanzlichen Heilmitteln eingesetzt. Bei quälendem Reizhusten oder der obstruktiven Bronchitis sind möglicherweise andere, verschreibungspflichtige Medikamente notwendig. Dauert der Husten länger, kommt eitriger Auswurf oder Fieber hinzu, sollten Sie in jedem Falle Ihre Kinderärztin aufsuchen.

Gute Besserung!

Haben Sie noch Fragen? Ihre Kinderärztin berät Sie gerne. 

Herzliche Grüße,

Ihre Kinderärztin Dr. med. Anette Meidert

Was macht der Feinstaub mit unseren Kindern?

Die Luft in Deutschland hat sich in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert. Gleichzeitig nimmt jedoch auch die öffentliche Diskussion um gesundheitliche Auswirkungen des Feinstaubs zu. Was ist eigentlich Feinstaub? Darunter versteht man Gemische aus festen oder flüssigen Schwebstoffen, wobei in den flüssigen Teilchen auch chemische Gase und flüchtige organische Verbindungen gelöst sein können. Feinstaub entsteht etwa zu je 1/3 durch Emissionen der Industrie, vor allem aus Kraftwerken, aus dem Straßenverkehr und aus Hausbränden und Kleinverbrauchern. Die kleinen und kleinsten Partikel können über die Lunge eingeatmet werden und so in den Körper gelangen.

Warum sind Kinder besonders gefährdet?

Im Vergleich zu Erwachsenen atmen Kinder schneller und mehr: Ihr Lungenvolumen ist etwa 50% größer bezogen auf das Körpergewicht. Die Lunge ist bis zum 6.-8- Lebensjahr noch nicht ausgereift und die Atemwege sind kleiner. Dadurch können sich deutlich mehr Partikel in der Lunge absetzen als beim Erwachsenen.

Möglicherweise beginnt die Gefährdung aber schon früher:

Untersuchungen zeigen, dass Mütter, die Feinstaub ausgesetzt sind, häufig kleinere und leichtere Kinder zur Welt bringen. In den ersten zwei Lebensjahren haben Kinder unter Feinstaubbelastung eine leicht eingeschränkte Lungenfunktion und ein höheres Risiko an Lungenentzündungen zu erkranken. Unklar ist jedoch weiterhin, ob Feinstaub auch für die Entstehung von Asthma und Allergien verantwortlich gemacht werden kann. Die Studien zeigen kein einheitliches Bild: Vermutlich ist der Feinstaub eher ein kleiner Risikofaktor.

Bei Erwachsenen scheint der Zusammenhang zwischen Feinstaub und vielen Erkrankungen wie Krebs, Bluthochdruck oder Diabetes gut belegt. Bei Kindern fehlen entsprechende Untersuchungen weitgehend. Es gibt jedoch erste Hinweise, dass auch im Kindesalter eine erhöhte Feinstaubbelastung mit einem höheren Risiko für Krebserkrankungen, Blutdruckerhöhungen, Vorstufen des Diabetes und Verhaltensauffälligkeiten einher gehen kann.

Eine gute Luft ist für alle, aber vor allem für die Kleinsten, wichtig. Es lohnt sich dafür zu kämpfen. Die Gesundheit unserer Kinder liegt uns besonders am Herzen.

Herzliche Grüße,

Ihre Kinderärztin Dr. med. Anette Meidert

 

 

Bei Pseudokrupp Ruhe bewahren!

Pseudokrupp ist eine Erkrankung der oberen Atemwege. Manchmal wird sie auch Krupp, Krupp-Anfall oder Krupp-Syndrom genannt. Vielleicht hat ihr Kind gerade in den letzten Wochen einen solchen Hustenanfall schon durchmachen müssen. Durch einen viralen Infekt werden die kleinen Atemwege der Kinder noch kleiner. Typischerweise fangen die Kinder an, nachts und plötzlich aus dem Schlaf heraus bellend zu husten, sind heiser und machen ein pfeifendes Geräusch bei der Einatmung. Bei schweren Fällen kommt es zu Atemnot. Das kann bedrohlich aussehen, besonders wenn der Pseudokrupp das erste Mal auftritt. Zögern Sie dann nicht den Notarzt zu rufen (Tel: 112). Dieser kann die erste Untersuchung und Behandlung durchführen und entscheiden, ob Ihr Kind in die Klinik gebracht werden muss oder nicht.

Was können Sie tun?

An wichtigsten ist: Ruhe bewahren. Jede Aufregung verschlimmert die Atemnot. Also: Nehmen Sie ihr Kind auf den Arm und beruhigen sie es. Sitzend fällt den Kindern das Atmen leichter. Gehen Sie mit Ihrem Kind an das offene Fenster: Kalte Luft beruhigt die Atemwege. Falls Sie bereits ein Medikament von Ihrem Kinderarzt verordnet bekommen haben, geben Sie es. In der Regel entspannt sich die Situation bald darauf.

Können Sie vorbeugend etwas tun?

Die Kinder sollten in kühler, nicht zu trockener Luft schlafen. Gerade im Winter ist das durch die Heizung gar nicht so einfach. 40-60% Luftfeuchtigkeit ist optimal. Schimmelbildung im Schlafzimmer und Rauchen sollte unbedingt vermieden werden.

Und Lüften vor dem Schlafengehen (kurz und kräftig) tut der ganzen Familie gut.

Falls Ihr Kind von einem solchen Pseudokrupp betroffen ist, gehen Sie zu Ihrer Kinderärztin und lassen sich beraten. Leider kann er wiederholt auftreten.

Die gute Nachricht: Je größer die Kinder werden, desto größer werden auch die Atemwege und der Pseudokrupp gehört der Vergangenheit an!

Herzliche Grüße,

Ihre Kinderärztin Dr. med. Anette Meidert