Angeborene Herzfehler

Sport ist gut, auch bei angeborenen Herzfehlern

Sport ist wichtig für alle Menschen. Vor allem für Kinder und Jugendliche ist er ein  zentraler Bestandteil für die körperliche und geistige Entwicklung. Dabei fördert Sport auch das emotionale und soziale Lernen. Das gilt für gesunde wie für chronisch kranke Kinder und Jugendliche. Gerade Kinder mit chronischen Erkrankungen profitieren von kontrollierter sportlicher Aktivität, da hierdurch ihre Herz-Kreislauf-Belastung gesteigert werden kann.

Mit einer Häufigkeit von 1,1% sind Herzfehler die häufigsten angeborenen Fehlbildungen. Ein großes Anliegen der Kinderkardiologen ist es daher, den Kindern und Jugendlichen mit angeborenen Herzfehlern den Zugang zu Sport und Bewegung zu ermöglichen. Allgemeine nationale Empfehlungen für Bewegung und Bewegungsförderung wurden 2016 veröffentlicht. Für Kinder und Jugendlichen mit angeborenen Herzfehlern gibt es zahlreiche Studien und von der Deutschen Gesellschaft für pädiatrische Kardiologie Leitlinien. Hier finden sich je nach Krankheitsbild sehr differenzierte Empfehlungen für Sport mit angeborenen Herzfehlern.

Kinder und Jugendliche mit einfachen Herzfehlern (beispielsweise kleine Defekte in der Herzscheidewand) können in der Regel ganz normal im Sportunterricht mitmachen und haben keinerlei Einschränkungen im üblichen Freizeitsport. Kindern mit schweren Herzfehlern sollte ebenfalls die Möglichkeit gegeben werden, in einer betreuten Herzsportgruppe aktiv zu werden. Leider existieren bundesweit gerade mal 11 solcher Gruppen für Kinder und Jugendliche. Für Erwachsene gibt es etwa 6000 solcher Gruppen! Hilfreich sind deshalb zunehmend die digitalen Medien. Durch eine personalisierte Betreuung wird hier in Onlineportalen unabhängig von Zeit und Ort eine Möglichkeit geschaffen, individuelle Trainingspläne zu erstellen, Erinnerungsfunktionen einzurichten und so die Motivation aufrecht zu erhalten.

Sport ist für alle gesund, wenn er im richtigen Maße und in der richtigen Umgebung durchgeführt wird. Er fördert vor allem in der Gruppe die motorischen Fähigkeiten, Koordination, Kraft und Ausdauer, aber auch das Selbstvertrauen und den Teamgeist. Und das macht Spaß!

Haben Sie noch Fragen? Ihre Kinderärztin berät Sie gerne.

Herzliche Grüße,

Ihre Kinderärztin Dr. med. Anette Meidert