Bewegung

Rückenschmerzen-schon im Kindesalter?

Rückenschmerzen im Kindes- und Jugendalter haben in den letzten Jahren sehr zugenommen. In der großen Studie zur Kindergesundheit des Robert-Koch-Instituts (KIGGS) gab etwa ein Drittel der 11 bis 17-Jährigen an, in den letzten drei Monaten Rückenschmerzen gehabt zu haben.

 Was ist die Ursache?

Wie bei den Erwachsenen haben die sitzenden Tätigkeiten auch bei Kindern und Jugendlichen stark zugenommen. Vormittags sitzen sie in der Schule und nachmittags zuhause vor dem Computer. Zwischendrin schleppen sie einen schweren Schulranzen hin und her. Und als Entspannung spielen sie am Smartphone, lesen oder sehen fern. Wenige der Kinder und Jugendlichen bewegen sich täglich eine Stunde, wie eigentlich empfohlen. Die Muskeln werden nicht ausreichend trainiert, und dazu gehören eben auch die kleinen und großen Muskeln des Rumpfes und des Rückens. Haltungsschwäche und im Extremfall auch Fehlstellungen der Wirbelsäule können die Folge sein. Verspannungen und Rückenschmerzen sind vorprogrammiert.

 Was tun?

Die deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) nimmt sich anlässlich des Tages der Rückengesundheit 2019 dieser Frage an. Sie empfiehlt:

Der Weg in die Schule sollte zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurück gelegt werden.

Und nach der Schule oder der Kita sollen die Kinder raus und sich austoben. Fußballspielen, Fahrrad-, oder Inlineskater-fahren, Laufen, Schwimmen, Klettern, Tennis, Tanzen: Alles ist recht, um den Bewegungsmangel auszugleichen und die Muskulatur zu stärken. Hauptsache es macht Spaß! Wie schon erwähnt, eine Stunde körperliche Bewegung täglich, ist empfohlen. Auch den Eltern tut dies gut. Gehen Sie mit gutem Beispiel voran. Vielleicht finden Sie eine gemeinsame sportliche Betätigung?

Die Zeiten für Fernseher/Computer/Smartphone sollten klar definiert und begrenzt werden. Vielleicht könnten Sie ein Wochenende ganz ohne Fernseher verbringen?

Gerade im Sommer finden sich doch bestimmt gute Alternativen.

Auch für die körperliche Koordination und die Konzentrationsfähigkeit ist Bewegung und Sport förderlich. Das ist schon vielfach in Studien gezeigt worden. Und nebenbei wird bei Ballspielen und Gemeinschaftsspielen zusätzlich die soziale Kompetenz gefördert.

Also: Ab nach draußen! Bewegung im Freien tut der ganzen Familie gut.

Haben Sie noch Fragen? Ihre Kinderärztin berät sie gerne.

Herzliche Grüße,

Ihre Kinderärztin Dr. med. Anette Meidert

 

Bewegung ist wichtig!

Sich viel bewegen ist wichtig. Das stimmt im Grunde für jedes Lebensalter.

Im Säuglingsalter sieht man es vielleicht am besten: Das Erlernen von motorischen Fähigkeiten verläuft mit einer rasanten Geschwindigkeit. Kaum schaut man nicht hin, hat sich das Kind auf der Wickelkommode umgedreht. Später lernen die Kinder Laufen, Radfahren, Ballspielen oder Skateboard fahren. Und jedes Mal sind sie mächtig stolz, wenn sie wieder etwas Neues geschafft haben. Bewegung stärkt ihr Selbstvertrauen. Und natürlich schult Bewegung Geschicklichkeit, Gleichgewicht und kräftigt die Muskeln.

Aber wie viel Bewegung braucht ein Kind?

Viel! Die Empfehlung ist: Mindestens eine Stunde am Tag. Ob dies allerdings ausreicht, ist wissenschaftlich noch nicht endgültig geklärt. Die große Gesundheitsstudie KiGGS (2007), zeigte, daß die eine Stunde Bewegung lediglich von jedem vierten Jungen und jedem sechsten Mädchen erreicht wird. Ein Viertel der befragten Grundschüler gab an, nur einmal in der Woche im Freien zu spielen.

Gerade Kinder und Jugendliche brauchen sportliche Betätigung, um die motorische Geschicklichkeit und Koordination zu trainieren. Hier schneiden die Kinder und Jugendlichen heute schlechter als früher ab.  

 

Was kann man tun?

Gehen Sie nach draußen! Die frische Luft tut gut und stärkt das Immunsystem. Auf dem Spielplatz trifft man andere Kinder und fördert damit nebenbei die soziale Kompetenz.  Krabbelgruppen und Kinderturnen im Sportverein sind ebenfalls gute Treffpunkte für Spiel und Spaß. Vielleicht möchte sich ihr Kind der Tennis- oder Fußballgruppe anschließen? Unterstützen Sie jede Neigung zum Sport. Sitzen müssen unsere Kinder und Jugendlichen in der Schule schon genug. Und Sport fördert nachweislich die Konzentrationsfähigkeit.

Gehen Sie mit gutem Beispiel voran. Der Sportverein am Ort sucht bestimmt noch engagierte Mitglieder! Bewegung ist gut für die Gesundheit der ganzen Familie.

Herzliche Grüße,

Ihre Kinderärztin Dr. med. Anette Meidert