Grippe

Erkältung oder Grippe?

Was ist eigentlich der Unterschied? Was umgangssprachlich „Erkältung“ genannt wird, ist eine akute Infektion der oberen Atemwege. Die echte Grippe ist eine Infektion mit dem sogenannten Influenzavirus.

Der Verlauf der „Erkältungskrankheiten“ ist in der Regel sehr ähnlich. Es beginnt mit einem Kältegefühl, dann kommen Schnupfen, Halsschmerzen, Husten und manchmal  auch leichtes Fieber dazu. Hohes Fieber, ein schneller Beginn, Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen deuten eher auf die echte Grippe hin. Die Beschwerden bei normalen Erkältungskrankheiten nehmen bis zum 3. Tag an Intensität zu, dann lassen die Symptome nach. Nach 7-10 Tagen ist es meist überstanden. Bei der echten Grippe dauert in der Regel alles länger und bis zur vollständigen Genesung können Wochen vergehen. Für Erwachsene sind zwei bis vier „Erkältungen“ im Jahr normal, bei Kindern sind es doppelt so viele. Eine Handvoll Viren sind für die meisten Erkältungserkrankungen verantwortlich, allen voran die sogenannten Rhinoviren. Nachgewiesen wurden allerdings bis zu 200 verschiedene „Erkältungs“-Viren. Eine Infektion mit zwei Viren gleichzeitig ist möglich. Selten spielen Bakterien eine Rolle. Diese sind jedoch häufig für Komplikationen, wie zum Beispiel eine Mittelohr-, Nasennebenhöhlen- oder eine Lungenentzündung verantwortlich.

Wie können Sie sich schützen?

Händeschütteln ist der Übertragungsweg Nummer eins bei den Schmierinfektionen.  Fasst der Betroffene sich dann ins Auge oder an die Nase ist die Übertragung wahrscheinlich. Über Tröpfchen beim Sprechen, Nießen und Husten werden gerne die Influenzaviren übertragen, aber prinzipiell auch alle anderen Viren. Das vermeiden von Händekontakt und großen Menschenansammlungen in der Infektionszeit hilft die Ansteckungsgefahr zu reduzieren. Häufiges Händewaschen, Säubern von Türklinken und Lüften von Räumen sind ebenfalls sehr sinnvolle Maßnahmen. Ist jemand erkrankt und muss nießen oder husten, sollte der Patient sich abwenden und die eigene Armbeuge als Tröpfchen-Fänger benutzen. Damit wird durch eine einfache Methode die Kontamination der Hände vermieden und die Übertragungsgefahr deutlich reduziert.

Bei den Erkältungskrankheiten stehen Ihnen allgemeine Maßnahmen zur Stärkung des Immunsystem zur Verfügung, für die echte Grippe auch eine Impfung. Ausreichend Schlaf, eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung und regelmäßige Bewegung an der frischen Luft stärkt nachgewiesenermaßen die Immunabwehr. So kommen Sie und Ihre Familie gut durch den Winter.

Bleiben Sie gesund!

Herzliche Grüße,

Ihre Kinderärztin Dr. med. Anette Meidert

 

Die Grippe ist auch wieder da

Plötzliches hohes Fieber, Reizhusten, Halsschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen: So beginnt die Grippe auch in diesem Jahr häufig. Das Robert-Koch-Institut wertet die Meldungen Infektionserkrankungen wöchentlich aus. Demnach ist die Häufigkeit der Grippefälle bis jetzt auf einem für die Jahreszeit üblichen Niveau und gerade leicht ansteigend. Letztes Jahr war die Grippe sehr aktiv. Vor allem ältere Menschen waren schwer betroffen.

Typischerweise ist die Aktivität des Influenza Virus über 3 bis 4 Monate im Winter am höchsten. Zu dieser Zeit halten sich Kinder und Erwachsene in weniger gelüfteten Räumen und dicht beieinander auf. Ideal, um sich gegenseitig anzustecken. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion und die können beim Niesen ganz schön weit fliegen. Der Grippe Virus freut sich: Er braucht eine gewisse Anzahl empfänglicher Personen, um eine „Welle“ auslösen zu können.

 

Wie können Sie sich schützen?

Für bestimmt Personengruppen, wie ältere Menschen, Schwangere, chronisch Kranke und medizinisches Personal empfiehlt die STIKO (Ständige Impfkommission) die Grippeimpfung. Auch, wenn die Wirksamkeit nicht optimal ist, können dadurch viele Erkrankungen und schwere Verläufe verhindert werden.

 

Was können Sie noch tun?

Gehen Sie raus an die frische Luft! Viel Bewegung im Freien und eine ausgewogene Ernährung mit vielen Vitaminen sind, neben der Impfung, der beste Schutz gegen die Grippe und andere Infekte.

Natürlich darf auch häufiges Händewaschen nicht fehlen. Gehen Sie mit gutem Beispiel voran und zeigen Sie Ihren Kindern, dass 20 Sekunden Händewaschen auch Spaß machen kann (es fällt Ihnen doch bestimmt ein 20 Sekunden Lied dazu ein?).  Wenn Sie es dann noch schaffen, die Kinder nur gesund in den Kindergarten oder die Schule zu schicken, selbst etwas Abstand von erkrankten Personen zu halten und Händeschütteln zu vermeiden, haben Sie für sich und Ihre Familie alles getan, um möglichst gesund durch den Winter zu kommen.

Herzliche Grüße,

Ihre Kinderärztin Dr. med. Anette Meidert