Die echte Grippe (verursacht durch das Influenzavirus) macht vor allem den Kindern und Jugendlichen im Augenblick sehr zu schaffen. Bereits Anfang Dezember gab es die ersten Grippe-Fälle. Bedingt durch die Weihnachtsferien sind zwar zu Beginn des Jahres die Erkrankungszahlen etwas gesunken. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts sind jedoch die akuten Atemwegserkrankungen schon wieder im Steigen begriffen. Der Anteil der Laborproben, die in der ersten Januarwoche 2026 auf Influenza getestet wurden, waren mit 51% Influenza-positiv und damit im Vergleich zu den davorliegenden zwei Wochen (41% positive Proben) weiter ansteigend. In der letzten Grippesaison (2024/25) wurden 393000 Grippefälle labordiagnostisch bestätigt, damit 85% mehr als im Jahr davor. Der reale Anteil der im letzten Jahr an Grippe Erkrankten wird jedoch deutlich höher eingeschätzt, vermutlich mehrere Millionen.
Die Symptomatik der Grippe kann sehr unterschiedlich sein: Hohes Fieber, Reizhusten, Kopf- und Gliederschmerzen sind die typischen Zeichen einer Grippe. Allerdings zeigen diese Symptome nur etwa ein Drittel der Patienten. Bei den kleineren Kindern kommt in diesem Jahr oft Durchfall und Erbrechen dazu. Größere Kinder und auch Erwachsene zeigen mitunter die Symptome einer „normalen“ Erkältung mit nur wenig oder gar keinem Fieber. Die Influenzaviren lassen sich durch einen Schnelltest bei Ihrer Kinderärztin nachweisen. Die Krankheitsdauer liegt meistens bei etwa sieben Tagen.
Typischerweise ist die Aktivität des Influenza Virus über drei bis vier Monate mit Beginn im Januar oder Februar im Winter am höchsten. Vermutlich ist der Grund dafür, dass Grippeviren bei niedrigen Temperaturen und in trockener Luft besser überleben. Gleichzeitig sind die Schleimhäute der Menschen in der trockenen Luft anfälliger für Viren und Bakterien. Außerdem halten sich im Winter Kinder und Erwachsene in weniger gelüfteten Räumen auf und können sich so leichter gegenseitig anstecken. Denn das Virus braucht eine gewisse Anzahl empfänglicher Personen, um eine „Welle“ auszulösen.
Was können Sie prophylaktisch tun?
Günstig ist es, Abstand zu erkrankten Personen zu halten und Händeschütteln zu vermeiden. Denken Sie daran, häufig die Hände zu waschen. Und gehen Sie mit der ganzen Familie raus an die frische Luft!
Viel Bewegung im Freien, eine ausgewogene Ernährung mit vielen Vitaminen und ausreichend Schlaf sind, neben der Impfung, der beste Schutz gegen die Grippe und andere Infekte.
Haben Sie noch Fragen? Ihre Kinderärztin berät Sie gerne.
Herzliche Grüße,
Ihre Kinderärztin Dr. med. Anette Meidert
