Sonnenschutzmittel mit Umweltproblemen...

Der wunderbare Sommer ist vorbei. Der Alltag hat uns wieder und die Sonnenschutzmittel verschwinden im Schrank bis zum nächsten Urlaub. Sonnenschutz ist wichtig. Umso beunruhigender sind Nachrichten, die von Rückständen von Sonnenschutzmittel in den Meeren, Korallenriffen, Fischen und auch im Menschen berichten.

In den Cremes für die Haut erfolgt Sonnenschutz durch den Einsatz von Mineralien wie etwa Zink- oder Titanoxid, oft in Form von Nanopartikeln, oder mithilfe von chemischen Substanzen. Oft wird auch eine Kombination davon eingesetzt, um einen vollständigen Schutz gegen die UV-A und UV-B-Strahlung zu gewährleisten. Wie viel von den Sonnenschutzmitteln wirklich in die Seen, Flüsse und Meere gelangt, ist nicht bekannt. Es wird aber davon ausgegangen, dass beispielsweise etwa 14.000 Tonnen allein in die Korallenriffe gelangen. Am besten untersucht ist von den chemischen Substanzen der UV-Filter Oxybenzon. Er kann eine Korallenbleiche bewirken und das Erbgut der Korallen schädigen. Auch junge Fisch- und Seeigellarven sind davon belastet und zeigen eine gestörte Entwicklung. In den Korallenriffen vor Hawaii, Palau, Japan und im Golf von Mexiko wurden bedenklich hohe Mengen davon in den Riffen gefunden. Es betrifft aber auch das Mittelmeer. Und der UV-Filter kommt nicht nur in Sonnenschutzmitteln vor, sondern auch in vielen anderen Kosmetika. Neuere Untersuchungen aus Puerto Rico und Dänemark fanden die Chemikalie bei 97% der untersuchten Personen ab 6 Jahren im Urin und in der Muttermilch. Das ist umso kritischer, da Oxybenzon zu den Kontaktallergenen gehört und zu der Gruppe hormonaktiver  Chemikalien. Das heißt, unser Körper kann allergisch reagieren und der Hormonhaushalt kann gestört werden.

Was können wir tun?

Verwenden Sie für sich und Ihre Kinder möglichst Kleidung als UV-Schutz, um die notwendige Menge Sonnenschutzmittel zu reduzieren.

Verwenden Sie vor allem mineralhaltige Sonnenschutzmittel mit beispielsweise Zinkoxid und Titanoxid.

Verwenden Sie keine Sonnenschutzmittel, in denen Inhaltsstoffe wie Oxybenzon (BP3) und andere aktive Chemikalien verwendet werden.

Tragen Sie Sonnenschutz immer 20 Minuten bevor Sie und Ihre Kinder ins Wasser gehen auf. So wird die Creme von der Haut aufgenommen, wirkt dort besser und wird nicht so leicht ins Wasser abgespült.

Hawaii hat aktuell eine Gesetzesvorlage verabschiedet, die Sonnenschutzmittel mit korallenriffschädlichen Chemikalien ab 2021 verbietet. Das ist ein Anfang.

Haben Sie noch Fragen? Ihre Kinderärztin berät Sie gerne.

Herzliche Grüße,

Ihre Kinderärztin Dr. med. Anette Meidert

Trinken nicht vergessen

Der Sommer ist vorbei, die kühleren Temperaturen bringen uns nicht mehr zum Schwitzen. Da müssen wir bei den Kindern und uns nicht mehr so sehr auf die Trinkmenge achten, oder? Aber gerade jetzt ist einer meiner häufigsten Sätze in der Sprechstunde: Mehr trinken!

Warum ist das so?

Eben durch die kühleren Temperaturen ist das Trinkbedürfnis nicht mehr so hoch. Wir halten uns mehr drinnen auf und hier wird die Luft trockener, denn die Heizungsperiode hat begonnen. Das heißt, wir verlieren über die Haut und Atemwege viel Flüssigkeit und der Körper braucht mehr zum Ausgleich.

Wasser ist sehr wichtig für den Körper: Neugeborene bestehen zu etwa 80% aus Wasser, Erwachsene zu 50-60%. Wir brauchen Flüssigkeit für viele verschiedene Körperfunktionen: Wasser ist am Transport und an der Ausscheidung von fast allen Stoffen beteiligt und fungiert als Kühlmittel des Körpers. Ohne Wasser kann die Niere keinen Urin produzieren und auch der Stuhlgang funktioniert nicht richtig. Wenn Wasser fehlt, schrumpfen die Zellen und wir trocken aus. Der Blutdruck sinkt und das Bewusstsein wird gestört. Das ist vor allem wichtig bei Infektionserkrankungen und Fieber. Denn hier steigt der Wasserbedarf noch zusätzlich. Austrocknen kommt bei Kindern fast immer durch erhöhten Flüssigkeitsverlust zustande: Allem voran durch Erbrechen und Durchfall.

Aber wie viel Wasser brauchen wir denn?

Gesunde Säuglinge brauchen in der Regel keine zusätzliche Flüssigkeit bis zur dritten Beikostmahlzeit. Dann sind etwa 200ml Wasser zusätzlich empfohlen. Die benötigte Trinkmenge steigt dann mit dem Alter an: 4-6 Jährige sollen etwa 800ml trinken, 15-18 Jährige etwa 1,5l. Der übrige Wasserbedarf wird über die Nahrung gedeckt, denn auch hier wird neben Nährstoffen Wasser aufgenommen. Das ist der Grundbedarf. Denken Sie daran: Beispielsweise bei Sport, Infektionserkrankungen und Fieber brauchen wir noch mehr. Denn die Wasserbilanz muss stimmen.

Übrigens enthalten Fruchtsäfte wie auch Limonaden zu viel Energie und sollten nicht zum Durstlöschen getrunken werden. Wasser und ungesüßter (Kräuter- oder Früchte-)Tee sind zum Trinken am besten geeignet.

Herzliche Grüße,

Ihre Kinderärztin Dr. med. Anette Meidert

 

Allergien und Asthma im Kindesalter

Neurodermitis (oder atopische Dermatitis), Allergien und Asthma sind Angst besetze Themen bei Eltern. Tatsächlich ist Asthma in westlichen Industrienationen die häufigste chronische Erkrankung im Kindesalter. Allergien haben seit den 1970-Jahren rasant zugenommen, mittlerweile leidet etwa jedes 5. Kind darunter.

Wie entsteht eigentlich Allergie?

Ursächlich ist ein überreagierendes Immunsystem. Eigentlich harmlose Stoffe wie Pollen und Lebensmittel werden irrtümlicherweise vom Immunsystem als gefährlich eingestuft. Und sofort wird eine Entzündungsreaktion in Gang gesetzt und Antikörper gebildet. Heuschnupfen, Asthma und Hautreaktionen sind die Folge. Oft ist der Körper dann übereifrig und bekämpft ähnlich strukturierte Stoffe durch sogenannte Kreuzreaktionen gleich mit. So zeigen Menschen mit Birkenpollenallergien auch häufig Reaktionen gegen Äpfel, Kiwi und Haselnüssen.

Wie können Sie vorbeugen?

Rauchen und hohe Luftverschmutzung sind eindeutige Risikofaktoren für die Ausbildung von Allergien. Anderseits scheint die Zunahme von Allergien auch im Zusammenhang damit zu stehen, dass Kinder in zu sauberer Umgebung aufwachsen. Kinder von Bauernhöfen haben signifikant weniger Allergien.

 Was können Sie tun?

Patienten mit bestimmten Allergien sollten die auslösenden Stoffe meiden. Dies ist mit Lebensmitteln meistens, aber etwa bei Pollenallergien nur bedingt möglich. Medikamente zur kurzfristigen Behandlung von Symptomen sollten ausreichend verabreicht werden. Dauerhaft lassen sich Patienten mit Allergien durch eine sogenannte Hyposensibilisierung behandeln. Hier lernt das Immunsystem die krank machenden Stoffe zu tolerieren. Bisher wurde die Therapie vor allem durch Spritzen verabreicht, aber neue Entwicklungen dieser Methode machen die Behandlung einiger Allergiestoffe jetzt in Tabletten- oder Tropfenform möglich. Die Wirkung scheint ebenso gut zu sein und die Therapie für Kinder oft besser tolerabel und einfacher.

Haben Sie noch Fragen? Ihre Kinderärztin berät Sie gerne.

Herzliche Grüße,

Ihre Kinderärztin Dr. med. Anette Meidert

 

Mein Kind schreit ständig ...

Jedes Kind schreit. Babys können aber auch sehr anhaltend brüllen, sehr zur Verzweiflung der Eltern. Eigentlich ist Schreien in den ersten drei Monaten normal. Auf der ganzen Welt lässt sich ein solches Verhalten beobachten. Das Schreien nimmt bis zur sechsten Woche zu und wird dann wieder weniger. Manche Säuglinge sind damit aber einfach ausdauernder und lassen sich praktisch nicht beruhigen. Bis zu 20% aller Säuglinge gelten als sogenannte Schreibabys. Der Grund dafür ist bislang nicht geklärt. Das sogenannte KISS-Syndrom (Kopfgelenk-induziertes Symmetrie-Störungssyndrom) lies sich in Studien nicht nachweisen. Auch die drei-Monats-Koliken spielen weit weniger eine Rolle als angenommen. Bei der überwiegenden Anzahl der Kinder sind wahrscheinlich mehrere Faktoren verantwortlich: Die betroffenen Babys sind weniger als andere Kinder in der Lage sich vor Reizen zu schützen und sich selbst zu beruhigen, indem sie beispielsweise an ihrer eigenen Hand oder am Schnuller saugen. Sie sind sehr aufmerksam und nehmen ihre Umgebung sehr intensiv wahr. Zudem schlafen sie weniger. Das führt dazu, dass sie am Abend völlig „überreizt“ sind und nur noch schreien können.

Warum es zu dieser Regulationsstörung kommt, ist bislang unklar. Stress in der  Schwangerschaft und bei den Eltern sowie psychische Belastungen scheinen dazu beizutragen.

Was können Sie tun?

In Studien zeigen Fencheltee und speziell aufbereitete Nahrung gute Erfolge. Allerdings gilt dies vor allem für Säuglinge mit Verdauungsproblemen. 

Ein ständig schreiendes Kind, das sich nicht beruhigen lässt, ist extrem belastend. Negative Gefühle sind unausweichlich. Legen Sie in solchen Situationen das Kind an einen sicheren Ort ab, verlassen Sie das Zimmer und versuchen Sie, sich zu beruhigen. Holen Sie sich Hilfe. Fragen Sie Ihre Kinderärztin nach unterstützenden Maßnahmen. In Spezialambulanzen sind oft nur wenige Termine notwendig, um die individuellen Eltern- und Kind-Signale besser verstehen zu lernen.

Zeit ist der wichtigste Faktor. Ein Wundermittel gibt es nicht, aber nach und nach lernt auch ein Schreibaby die Umgebungsreize besser zu verarbeiten und die guten Tage werden immer mehr.

Haben Sie noch Fragen? Ihre Kinderärztin berät Sie gerne.

Herzliche Grüße,

Ihre Kinderärztin Dr. med. Anette Meidert

 

Sonne ist toll, aber nicht immer....

So ein schöner Sommer: Auf die Sonne ist Verlass und wir können viele Aktivitäten im Freien genießen. Zu viel Sonne ist jedoch im Hochsommer auch gefährlich: Nicht nur ein Sonnenbrand droht. Sonnenstich, Hitzekollaps oder Hitzschlag können bei zu langem Aufenthalt in der Sonne unter Umständen zu lebensbedrohenden Zuständen führen. Vor allem Kinder und ältere Mitmenschen sind gefährdet. Sie trinken oft nicht genug und vergessen den Sonnenschutz.

Aber was ist was?

Der Sonnenstich ist eine Folge von zu intensiver Sonneneinstrahlung auf Kopf und Nacken. Die Gehirnhäute und das Gehirn selbst sind „gereizt“ und verursachen Kopfschmerzen, manchmal auch Übelkeit und Erbrechen. Fieber, Schwindel und Bewusstseinsstörungen sind Anzeichen eines schweren Sonnenstichs und eine Behandlung im Krankenhaus ist notwendig.

Beim Hitzekollaps kommt es aufgrund zu großer Hitze zu einem Kollaps des Herz-Kreislaufsystems. Der Blutdruck fällt und die Betroffenen können ohnmächtig werden. Der Hitzschlag ist die gefährlichste Form der Hitzeeinwirkung und entsteht, wenn Menschen sich über lange Zeit zu großer Hitze aussetzen und zu wenig trinken. Es gibt zwei Formen: Der „klassische“ und der Anstrengungs-Hitzschlag. Letzterer betrifft vor allem jüngere Menschen, die sich in der Hitze intensiver körperlicher Belastung aussetzen. Sie trinken relativ zu wenig Wasser und der Körper kommt nicht mehr mit Schwitzen (und damit mit Kühlen) nach. Die Körpertemperatur steigt, der Kreislauf und die gesamte Temperaturregulation brechen zusammen. Menschen in diesem Zustand brauchen sofort intensiv-medizinische Betreuung im Krankenhaus.

Wie können Sie sich und Ihre Familie schützen?

Achten Sie darauf, immer mit einer Kopfbedeckung, die auch den Nacken mit einschließt, in die Sonne zu gehen. Sonnenschutz in Form von Sonnencreme sollte selbstverständlich sein. Denken Sie daran, dass wir alle in der Regel zu wenig cremen. Also: Oft und viel Sonnencreme auftragen. Am besten überhaupt lange Sonnenaufenthalte meiden, vor allem zwischen 11:00 Uhr und 16:00 Uhr. 

Sport an heißen Tagen nur mit leichter Belastung treiben und dies auch wiederum nicht in den heißen Stunden des Tages.

Viel trinken! Bei heißen Temperaturen dürfen es gerne zwei bis drei Liter mehr am Tag sein. So geschützt macht der Sommer Spaß.

Schöne Ferien!

Haben Sie noch Fragen? Ihre Kinderärztin berät Sie gerne.

Herzliche Grüße,

Ihre Kinderärztin Dr. med. Anette Meidert