Angststörung

Zu viel Angst? Vom Umgang mit den Monstern unter dem Bett

Kinder erleben viele Ängste: Vor Tieren, vor der Dunkelheit, vor Alleinsein oder vor negativen Erlebnissen in der Schule. Das ist ganz normal. Im Überwinden der Ängste lernen die Kinder, auf ihre eigenen Fähigkeiten zu vertrauen.

Schüchternheit gilt als Temperamentseigenschaft. In schwierigen Situationen kann eine übermäßige Anspannung zu langem Schweigen, Erröten und fehlendem Blickkontakt führen. Aber nicht überall wird Schüchternheit negativ bewertet. Zwar gilt in unserer westlichen Welt Schüchternheit als eine eher unerwünschte Charaktereigenschaft, in östlichen Kulturen wird sie jedoch positiv bewertet.

In europäischen Untersuchungen erfüllten etwa 10% bis 16% aller Kinder und Jugendlichen irgendwann in ihrem Leben die Kriterien einer behandlungsbedürftigen Angststörung. Am häufigsten waren Ängste auf ein besonders gefürchtetes Objekt: Ein Tier oder eine bestimmte Situation (etwa Gewitter oder die Benutzung eines Fahrstuhls) oder laute Geräusche lösen eine übermäßige Angst aus.

Ab wann braucht das Kind oder der Jugendliche Hilfe?

Erst, wenn die Ängste zu starker Beeinträchtigung des täglichen Lebens führen, sollte man an eine Behandlung denken. Angststörungen können den Schlaf des Kindes oder des Jugendlichen und die normale Entwicklung stören. Oft ist es jedoch schwierig, die Problematik in ihrem ganzen Ausmaß zu erkennen. Das Vermeidungsverhalten der Kinder und Jugendlichen führt eher dazu, dass die Umgebung die Symptomatik kaum wahrnimmt. Verschiedene Verhaltensbeobachtungen und Testverfahren werden in der Diagnostik eingesetzt und können dabei helfen, zu entscheiden, ob und welche Therapie notwendig ist.

Völlig verständlich ist, dass Eltern ihren Kindern ein angstfreies Leben ermöglichen wollen und angstbesetzte Situationen zu vermeiden suchen. Dies ist jedoch nicht immer hilfreich. Ängste und das Überwinden von Ängsten sind Teil der normalen Entwicklung. Bei den meisten Kindern verschwinden die „Monster unter dem Bett“ ganz von selbst.

Haben Sie noch Fragen? Ihre Kinderärztin berät Sie gerne.

Herzliche Grüße,

Ihre Kinderärztin Dr. med. Anette Meidert