Was macht eigentlich die Schilddrüse?

Die Schilddrüse befindet sich etwas unterhalb vom Kehlkopf am Hals. Sie produziert  die Schilddrüsenhormone und braucht dazu eine ausreichende Versorgung mit Jod. Früher gab es bei Jodmangel häufig „Kröpfe“: Die Schilddrüse musste sich kompensatorisch vergrößern, um ausreichend Hormone bilden zu können. Das ist glücklicherweise sehr selten geworden.

Die Schilddrüsen-Hormone sind für vielfältige Funktionen im Körper sehr wichtig: Sie tragen entscheidend zum Wachstum des Nervengewebes des Neugeborenen bei. Auf die Darmfunktion und den gesamten Stoffwechsel, wie etwa die Fähigkeit Zucker zu verarbeiten, haben die Hormone großen Einfluss. Auch bei der Regulation des Herz-Kreislaufsystem und der Körpertemperatur sind die Schilddrüsenhormone essentiell.

Fehlen die Hormone, ist die normale geistige und körperliche Entwicklung stark beeinträchtigt. Deswegen wird schon kurz nach der Geburt im Neugeborenen-Screening untersucht, ob die Schilddrüse normal arbeitet. Ein sehr ruhiger Säugling, eine große Zunge, eine verlängerte Gelbsucht und immer kühle Hände und Füße können Ausdruck einer Unterfunktion sein. Seit Einführung des Screenings werden praktisch alle Säuglinge mit einer Schilddrüsen-Unterfunktion rechtzeitig diagnostiziert und können gut behandelt werden. Das ist beruhigend.

Eine zweite große Gruppe der Schilddrüsenerkrankungen findet sich zu Beginn der Pubertät. Hier kommen gehäuft autoimmune Erkrankungen, wie etwa die Hashimoto-Thyreoiditis, vor. Andere Schilddrüsenerkrankungen sind deutlich seltener. Die Hashimoto-Thyreoiditis betrifft vor allem Mädchen und kann, manchmal nach einer kurzen Überfunktion, zu einer Unterfunktion der Schilddrüse führen. Die Symptome treten oft langsam auf und sind dem normalen Pubertätsverlauf ähnlich: Gereiztheit, Müdigkeit und Veränderungen des Körpergewichts. Sie werden daher leicht übersehen.

Die Diagnostik umfasst in der Regel eine Blut- und eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse. Die Therapie bei einer Unterfunktion der Schilddrüse ist unkompliziert: Eine Tablette morgens vor dem Frühstück ist üblicherweise ausreichend. Kontrollen der Blutwerte sind wichtig, auch weil in einigen Fällen nach Ausheilen der Erkrankung keine medikamentöse Hormongabe mehr notwendig ist.

 

Haben Sie noch Fragen? Ihre Kinderärztin berät sie gerne.

Herzliche Grüße,

Ihre Kinderärztin Dr. med. Anette Meidert