Mama, mein Herz klopft so!

Herzklopfen hat schon jeder einmal erlebt. In besonderen Situationen spürt man das Pochen des Herzens besonders gut: Bei spannenden Filmen oder auf dem Oktoberfest in der Achterbahn. Nach Ende der Aufregung beruhigt sich auch das Herz wieder.

Wie schnell das Herz in Ruhe schlägt (die Ruhe-Herzfrequenz) ist abhängig vom Alter: Ein Neugeborenes hat eine normale Herzfrequenz von etwa 140, ein Kleinkind zwischen 100 und 120 Schlägen in der Minute. Mit zunehmendem Alter sinkt die Herzfrequenz bis auf Werte um die 70-80 Schläge in der Minute im Teenager-Alter.

Es gibt viele Situationen, in denen das Herz schneller schlägt: Bei körperlicher Belastung, bei Aufregung, bei Fieber, bei Genuss von schwarzem Tee, Kaffee oder Cola. In der Regel normalisiert sich die Herzfrequenz, wenn die Ursache wegfällt.

Ein schneller Herzschlag kann jedoch auch ein Hinweis auf eine Erkrankung sei: Bei Infekten und Fieber schlägt das Herz schneller. Wenn wir zu wenig getrunken haben oder eben im Rahmen eines Infektes mehr Flüssigkeit benötigt wird, besteht die Gefahr der Austrocknung und der Körper versucht, den Kreislauf durch ein schnelleres Pumpen des Blutes aufrecht zu erhalten. Ganz ähnlich verhält es sich bei Blutarmut. Auch hier versucht der Körper, das „dünnere Blut“ schneller zu pumpen und dadurch genug Sauerstoff zu den Organen zu bringen.  

Selten ist das Herz selbst der Grund für die schnelle Herzfrequenz: Eine Herzmuskelerkrankung oder, oft angeborene, Herzrhythmusstörungen können zu ungewöhnlich schnellem oder unregelmäßigem Herzschlag führen.

Normal ist in der Regel, wenn der Herzschlag bei der Ein- und Ausatmung langsamer und schneller wird. Die sogenannte respiratorische Arrhythmie ist bei Kindern und Sportlern häufig zu finden und hängt mit dem unterschiedlichen Füllungszustand des Herzens in der Ein- und Ausatmung zusammen.    

Haben Sie noch Fragen? Ihre Kinderkardiologin berät Sie gerne.

Herzliche Grüße,

Ihre Kinderärztin und -kardiologin Anette Meidert