Der Herbst und die Erkältungszeit ist da

Husten und Schnupfen gehören zu den häufigsten Symptomen, weswegen Kinder in der Arztpraxis vorgestellt werden. Vor allem Kinder, die das erste Jahr eine Krippe oder einen Kindergarten besuchen, machen viele Infekte durch. Und oft darf auch gleich die ganze Familie mit teilhaben.

Statistisch gesehen erkranken in Deutschland im Durchschnitt 2,8 Patienten (Kinder und Erwachsene) pro Jahr an einem Erkältungsinfekt. Bei 90% der Patienten sind diese Infekte durch Viren verursacht, das heißt primär wird ein Antibiotikum nicht benötigt.

Wie kann man die Beschwerden lindern?

Pflanzliche Wirkstoffe haben in Studien ihre positiven Effekte auf Schnupfen & Co.  bewiesen: Der Schleim wird verflüssigt, die Entzündung gemindert und zum Teil werden sogar die Keime in ihrem Wachstum gehemmt.

Auch Tee tut gut: Holunderblüten- und Lindenblütentee sind alte, bewährte Hausmittel und sollen ebenfalls gut gegen Schnupfen und Schnupfenviren helfen. In jedem Falle hilft es, viel zu trinken.

Und der Husten?

Hier muss unterschieden werden zwischen schleimlösenden Mitteln, wie zum Beispiel Thymian, Efeu und Cineol, und hustendämpfenden Wirkstoffen, wie zum Beispiel die Eibischwurzel. Je nach Krankheitsbild ist eher das eine oder das andere notwendig, und manchmal auch beides.

Oft können Sie sich und Ihrem Kind mit diesen Mitteln schon gut helfen. Sind Sie nicht ganz sicher, welches Mittel für Ihr Kind gerade das Richtige ist, dauert die Erkältung an oder kommt Fieber dazu, fragen Sie Ihre Kinderärztin. Sie berät Sie gerne.

Herzliche Grüße,

Ihre Kinderärztin Dr. med. Anette Meidert

Mein Kind hat O-Beine-Ist das normal?

Im Säuglingsalter bemerken Eltern häufig O-Beine bei ihrem Kind. Später, beim Laufen-Lernen, wird manchmal von einem einwärtsgerichteten Gang berichtet. Im Kindergartenalter oder frühen Schulalter sind es dann eher die X-Beine, die auffallen. Was ist normal?

Tatsächlich kommen wir alle mit O-Beinen auf die Welt. Als Neugeborene beträgt die Achsenabweichung der Knie im Durchschnitt 15°. Dann geht das Krabbeln und das Laufen los: Die Beinachsen verändert sich durch die Belastung und werden dann zu X-Beinen. Im Alter von etwa 4 Jahren ist hier das Maximum erreicht. Danach geht die X-Stellung der Beine wieder zurück. Die normale Beinachse mit geringer X-Stellung wird ungefähr bis zum 8.-10. Lebensjahr erreicht.

Wann müssen Sie etwas tun?

Wenn die Achsenabweichungen der Beine größer als üblich oder asymmetrisch sind. Wenn ihr Kind Schmerzen hat oder die Beine nicht ganz normal bewegen kann, dann sollten Sie Ihre Kinderärztin aufsuchen. Möglicherweise liegt zum Beispiel eine Beinlängendifferenz vor, die ausgeglichen werden sollte.  Bei fast 70% der Bevölkerung  lässt sich eine Beinlängendifferenz von bis zu 1 cm finden und manchmal eben auch mehr.

Der große Vorteil der Behandlung von Beinfehlstellungen im Kindesalter ist das Wachstum. Dadurch gleicht sich vieles aus und auch größere Fehlstellungen und Skeletterkrankungen lassen sich oft sehr gut behandeln.

Eine gute Beinstellung ist wichtig für eine ausgeglichene Belastung des Skeletts beim Laufen. Und das gilt im Grunde für jedes Lebensalter.

 

Herzliche Grüße,

Ihre Kinderärztin Dr. med. Anette Meidert

Sonnenschutz-ja bitte, aber welcher?

Hurra, endlich sind die Sommerferien da. Alle wollen in den Urlaub und in die Sonne. Denn Sonne ist gut für Körper und Seele, oder?

Wir wissen, dass etwa 80% der individuellen Sonnenlichtexposition in den ersten 18 Jahren unseres Lebens erfolgt. Und jeder, der mehr als 2 „Sonnenbrände“ im Kindesalter erlitten hat, trägt ein höheres Risiko, im Erwachsenenalter an einem Melanom zu erkranken. Also: Sonnenschutz ist wichtig.

Vor allem für unsere Kleinsten: Je jünger das Kind, desto dünner und durchlässiger ist die Haut für UV-Strahlen, aber auch für Chemikalien. Außerdem haben Säuglinge und Kleinkinder bezogen auf das Körpergewicht, mehr Körperoberfläche. Das bedeutet, unliebsame Stoffe von Kosmetika können relativ mehr resorbiert werden als bei Erwachsenen.

Im Unterschied zu Arzneimitteln sind aber Kosmetika nicht zulassungspflichtig. Sie werden zwar vom Bundesinstitut für Risikobewertung überwacht, die tatsächliche Risikobewertung ist jedoch mangels Daten oft schwierig.

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Lichtschutzfiltern: Einen chemischen UV-Filter, der in die Haut einzieht und dort die UV-Strahlen absorbiert und einen mineralischen Sonnenschutz, der auf der Haut verbleibt und wie ein Spiegel das UV-Licht reflektiert. Leider werden in vielen Produkten oft die beiden Komponenten kombiniert, um einen hohen Lichtschutzfaktor zu erreichen. Von chemischen Lichtschutzfiltern ist bekannt, dass sie durch die Haut resorbiert werden und allergische Reaktionen hervorrufen können. Sie können durch die Haut auch in die Muttermilch und in die Plazenta gelangen. Einige Substanzen sind sogar im Trinkwasser gefunden worden und für manche der chemischen Stoffe wurden hormonelle Wirkungen nachgewiesen.

Mineralische Lichtschutzfilter verbleiben auf der Haut und hinterlassen oft einen weißen Film, der aber vermutlich mehr die Eltern, als die Kinder selbst stört.

Also was tun?

Säuglinge und Kleinkinder sollten die direkte Sonne möglichst meiden und vor allen mit Kleindung und Hut geschützt werden. Bei der Wahl von Sonnenschutzmitteln sind eher mineralische Sonnencremes zu empfehlen.

Und: Cremen Sie viel und oft. Meist wird nämlich einfach zu wenig Sonnencreme aufgetragen und damit sinkt der Lichtschutzfaktor schnell um die Hälfte. Sorgfältiger Sonnenschutz ist für alle wichtig.

Haben Sie noch Fragen? Ihre Kinderärztin berät Sie gerne.

Herzliche Grüße,

Ihre Kinderärztin Dr. Anette Meidert

Endlich Sommer und jetzt geht’s zum Baden!

Die Sommerferien stehen vor der Tür. Viele Familien haben den Sommerurlaub schon lange gebucht. Die Seen und das Meer haben ihre Anziehungskraft nicht verloren. Kinder und Erwachsene haben viel Spaß am und im Wasser. Leider ist jedoch nach den Verkehrsunfällen das Ertrinken im Kindesalter die zweithäufigste Art, tödlich zu verunglücken. Und die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) berichtet, dass im Grundschulalter nur etwa die Hälfte der Kinder sicher schwimmen kann, Tendenz sinkend...

Kleinkinder sind besonders gefährdet: Der relativ zur Körpergröße große, schwere Kopf stellt eine besondere Gefahr dar. Er wird im Wasser nach unten gezogen und ist damit oft die Ursache, dass immer wieder kleine Kinder in seichten Gewässern ertrinken. Also lebenswichtig: die Kinder immer im Blick behalten und sich noch einmal versichern, dass die Tür zum Pool oder Teich gut gegen kleine, neugierige Kinderhände gesichert ist. Schwimmhilfen können die ersten Schritte ins Wasser erleichtern, aber eine echte Hilfe zum richtigen Schwimmenlernen sind sie nicht, und erst recht bieten sie keine ausreichende Sicherheit.

Und denken Sie an den Sonnenschutz! Gerade, wenn sich die Familie viel am, im und auf dem Wasser aufhält, ist die Gefahr eines Sonnenbrandes groß. Wichtig ist, viel und immer wieder Sonnencreme aufzutragen. Der Sonnenschutzfaktor, der auf der Tube steht, wird nur erreicht, wenn genügend Creme benutzt wird und das ist erfahrungsgemäß eher selten der Fall.

Was gehört noch in die Urlaubsapotheke?

Angepasst an das Alter der Familienmitglieder sollten Schmerz- und Fiebermittel, ein Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen, Nasentropfen, ein Mückenabwehrspray und auch ein Gel für Insektenstiche und leichten Sonnenbrand, ein Fieberthermometer, ein Desinfektionsmittel und Pflaster nicht fehlen. Und alle persönlichen Medikamente nicht vergessen! So starten Sie gut gerüstet in den Urlaub.  

Haben Sie noch Fragen? Ihre Kinderärztin berät Sie gerne.

Herzliche Grüße,

Ihre Kinderärztin Dr. med. Anette Meidert